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Titel 1/2010
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Eulogy

Prof. Dr. Armin Thron 60 Years

Portrait

Am 10. Februar 1945 wurde Armin Thron in Neuenburg bei Calw in Württemberg geboren. Und bis zu seiner fachlichen und beruflichen Selbständigkeit blieb er dem Südwesten Deutschlands treu, wie wohl Konstanz, Beharrlichkeit und Unbeirrbarkeit zu seinem Wesen gehören.

Nach seiner Studienzeit von 1966 bis 1971 an der Albert-Ludwigs-Universität in Freiburg i.Br. sowie seiner dortigen Promotion über das Delirium tremens an der Psychiatrischen und Nervenklinik bei Prof. Degkwitz im Jahre 1973 absolvierte er seine radiologische Weiterbildung zum Facharzt für Radiologische Diagnostik bei Prof. Reisner am St. Vincentius-Krankenhaus in Karlsruhe.

Er war somit schon ein profunde ausgebildeter und gestandener Mediziner und Arzt als er sich von 1977 bis 1979 seiner neurologischen Weiterbildung bei Prof. Jung an der Neurologischen Universitätsklinik mit Abteilung für Neurophysiologie in Freiburg und damit einem ultimativen, klinischen und wissenschaftlichen Härtetest unterzog. Dort wurden bald seine Begabung wie auch sein fachliches Können erkannt, so dass er nach meiner Weg-Berufung aus Freiburg ab 01.09.1977 die Neuroradiologie selbständig und eigenverantwortlich weiter durchführte. Noch heute bin ich Herrn Thron in der Erinnerung dankbar, dass er dennoch meinem Sirenengesang folgte und ab 01.10.1979 als Oberarzt an die Tübinger Abteilung für Neuroradiologie wechselte. Zuvor hatte er 1976 schon Studienaufenthalte an den Radiologischen Universitätskliniken in Göteborg und Lund absolviert, und während seiner Tübinger Zeit bildete er sich ebenfalls am Hôpital La Pitié (Prof. Metzger) und Hôpital Lariboisière (Prof. Merland) fort. Durch diesen internationalen Flair, die fachliche Expertise und Exzellenz sowie mit seinem bis heute sprühenden Temperament und Engagement verlieh Herr Thron der sonst solidegeruhsamen Tübinger Neuroradiologie schnell Schwung und Pep. So erinnere ich mich noch lebhaft an gemeinsame Angiographien sogar bei Mitgliedern meiner Familie, die mit atemberaubender Geschwindigkeit und ebensolcher Präzision abliefen.

Wissenschaftlich war und ist Herrn Thron ein Allrounder, wenn er auch stets seinen eigenen Kopf hatte und durchsetzte. Obwohl sein publizistisches Interesse und Oeuvre keine Beschränkungen aufweist, unternahm er doch selbständig zeit- und methodenaufwendige Grundlagenuntersuchungen zur spinalen Gefäßdarstellung, die 1986 zu seiner Habilitationsschrift und nachfolgend zu einer bis heute beispielhaften Monographie führten. Zuvor wurde er für einen Bericht über diese Arbeiten schon 1984 auf den 12. Kongress der Europäischen Gesellschaft für Neuroradiologie in Prag mit dem „Scientific Prize of the Society“ ausgezeichnet.

Herr Thron ist Neuroradiologe aus Profession und Leidenschaft. Wer das nicht spürt, bekommt es früher oder später zu hören, denn Herrn Thron´s Leidenschaftlichkeit, sein Temperament und stetes Engagement fordern ihn immer heraus zum Bekennen und Kommentieren. Wer kennt ihn nicht auf den Kongressen gestikulierend, diskutierend, kritisierend, prononcierend. Dabei sind seine Bemerkungen stets fair, weiterführend und lehrreich.

Soviel persönlich gefärbtes Engagement und unermüdliche Identifikation mit der Neuroradiologie geht dann auch einher mit Ämtern und Ehren. So war Herr Thron von 1997 bis 1999 tatkräftiger Präsident der Deutschen Gesellschaft für Neuroradiologie und von 1996 bis 2002 ebenso umsichtiger Vorsitzender des Berufsverbandes Deutscher Neuroradiologen. Auch international blieb sein Talent für Leitungsfunktionen nicht verborgen, so dass er im Herbst 2004 mit der Präsidentschaft und Durchführung des 29. Kongresses der Europäischen Gesellschaft für Neuroradiologie betraut und dadurch ebenso persönlich ausgezeichnet wurde.

So ist dem Tübinger Neuroradiologie-Nest eine Galionsfigur unseres Faches entschlüpft, deren persönliche Reputation und uneingeschränkte Anerkennung von einem ersten, zaghaften Kerzenflackern zu einem Scheinwerfer im In- und Ausland wurde. Darauf sind nicht nur wir „Tübinger“ stolz und wünschen Herrn Thron, dass er noch lange ebenso bleiben möge, wie wir ihn achten und schätzen gelernt haben.

Karsten Voigt, Tübingen


© 2010 Urban & Vogel Verlag
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